Mittwoch, 14. August 2013

Olperer (3476m) 12.08./13.08.

12.08. 03:00h der Wecker klingelt. 03:40h sind wir auf dem Weg ins Zillertal. Geplant sind: Fahrt zum Schlegeisspeicher-Parkplatz, Aufstieg auf die Olpererhütte und 3 Übernachtungen. Der Höhepunkt der Tour soll der Olperer werden.
Nach ungefähr 650 km kommen wir gegen 10.00h am Schlegeisspeicher im Zillertal an.
Nun stand uns laut Wanderbeschreibung ein zweistündiger Aufstieg auf die Olpererhütte bevor. Also hieß es Bergkleidung anziehen und Rucksack schultern. Die ersten 10 Minuten waren wir voll und ganz damit beschäftigt, unserem Herz-Kreislauf-System Sauerstoff zuzuführen, denn immerhin befanden wir uns vom Startpunkt aus schon auf ca. 1800m Höhe. Der Weg nach oben zog sich dank der ganzen Wanderer, die es zu überholen gab ein wenig, aber nach knapp 1,5 Stunden war sie da: die Olpererhütte (2389m):
 
An diesem Abend sind wir früh ins Bett, schließlich sollte es am nächsten Tag früh weiter gehen. Zudem hatten wir noch ein leichtes Schlafdefizit auszugleichen. Für diese Nacht waren wir in ein 4er Zimmer eingeteilt worden. Ein bisschen Schullandheim-Flair hatte es schon mit seinen Echtholz-Doppelstockbetten.

13.08. 05:20h der Wecker klingelt. Um 05.50h sind wir auf dem Weg. Das Ziel: der Olperer. Wir haben aufgrund der schlechten Wettervorhersagen für die kommenden Tage beschlossen, unsere große Tour vorzuziehen. Ich bin noch ein bisschen müde, und Frühstück hätte es auch erst ab 06:00h gegeben, also sind wir jeder mit 6 Cornys und ca. 2 Litern Wasser in unseren neuen Trinkblasen als Proviant losgezogen.
Gegen 06:20h sehen wir die Sonne langsam durch die Wolken kommen. Das frühe Aufstehen hat sich doch gelohnt!
Nach ca. 1 Stunde sind wir an der Kreuzung. Hier haben wir eine kleine Cornypause gemacht um uns für den weiteren Weg zu stärken. Ab jetzt hieß es 3 Stunden über Geröll und Felsen klettern.
Mit Verlaub, der Olperer ist ein einziger großer Schutthaufen!
Gegen 09:00h waren wir am "Schneegupf" angekommen. Es fängt leicht an zu schneien und es ist sehr nebelig. Wir überlegten uns schon, hier bereits umzukehren, denn nach dem Ferner sollte das Gelände nicht leichter werden. Nach einer kleinen Pause klarte das Wetter wieder auf, und wir beschlossen, wenigstens bis über das Schneefeld zu gehen um auf der andere Seite hinunterschauen zu können.
Verrückterweise gab es auf der anderen Seite tatsächlich Skifahrer!!!
Wir sind dann noch ein bisschen weitergeklettert, aber das Wetter verschlechterte sich schnell wieder. So haben wir beschlossen abzubrechen. Wir haben es immerhin auf ca. 3200m Höhe geschafft.
Der Weg zurück erwies sich als nervenaufreibend, da sich die Sicht sehr verschlechtert hatte. Zudem wurde es richtig nasskalt! Über den Schneegupf zurück haben wir die Steigeisen angelegt, da kaum Schnee lag und somit der Abstieg über 30-35% sehr vereiste Bahn ging. Diese haben sich sehr bewährt gemacht. Es war zwar ein merkwürdiges Gefühl, sich darauf zu verlassen, dass sich die Zähne in das Eis bohren können, aber unter stetig monotonem "es ist nur Kopfsache, Gewicht nach hinten" in meinem Kopf bin ich heil wieder an den Felsen angekommen. Hier, ein paar Höhenmeter tiefer, war es gleich viel wärmer, trocken und klar.
Glücklicherweise haben wir einen Rückweg gefunden, welcher mit deutlich weniger Blockkletterei verbunden war, als der Weg hinauf. So haben wir es geschafft gegen 13h wieder an der Olpererhütte anzukommen.
Da wir unsere "soll"-Tour nun schon begangen haben, entschieden wir uns, zum Parkplatz zurückzukehren und die verbleibenden zwei Nächte auf der Hütte zu stornieren. Wir verabschiedeten uns von unseren Zimmernachbarn

und machten uns um 14h an den Abstieg. Nach etwas über einer Stunde waren wir wieder am Schlegeisspeicher angelangt. Wir zogen uns am Auto um und gingen noch in das dortige Restaurant (mit großem Hunger, schließlich hatten wir nur 6 Cornys dabei gehabt!!!). Als es dann während des Essens anfing, weltuntergangsmäßig zu regnen, entschlossen wir uns, dass wir nach Hause fahren, und nicht noch weitere Bertouren einplanen würden.
So kam es, dass wir am 13.08.2013 gegen 23:00h wieder in unseren eigenen Betten schlafen konnten.